BRETT

Ein Hinterhof im angesagten Hamburger Stadtteil Ottensen: Von außen würde man dem schmucklosen weißen Gebäude niemals zutrauen, wie viel Kreativität und Ambition in ihm steckt. Doch hat man die „Hebebühne“ erst einmal betreten, öffnet sich ein Hort für Kunst und Gemeinschaftlichkeit, wie man sie heutzutage nur noch selten findet. Gut eineinhalb Jahre lang haben die vier Jungs von BRETT – vor rund sechs Jahren in die Hansestadt gekommen, um hier ihren kreativen Traum zu verwirklichen – in dieser ehemaligen Autowerkstatt ein Zentrum für Kunst und Kultur jedweder Art geschaffen.

Irgendwie klar, dass in einem solch kreativen Habitat keine Rockmusik von der Stange entsteht – und wenn BRETT etwas nicht sind, dann gewöhnlich oder erwartbar. Dies zeigte bereits die „EP #1“, im vergangenen Sommer erschienen und von Fachleuten mit stammelnd vorgetragenen Begriffen wie „Neo-Krautrock“ oder „70er trifft Stoner“ umschrieben – was letztlich nur die Problematik zeigt, BRETTs Sound in eine Schublade zu pressen. Klar ist, dass BRETT mächtig rocken, dass sie mit Hendrix und Led Zep ebenso sozialisiert wurden wie mit Queens of the Stone Age und Fugazi – und dass sie (und hier wird es nun wirklich außergewöhnlich) all das garnieren mit kämpferischen deutschen Texten. BRETT sind in ihrer Bezugsoffenheit damit das konturscharfe, herzsatte audiophile Äquivalent zu diesem kreativen (T)Raum inmitten urbaner Gesichtslosigkeit. Und doch gibt es einen grundlegenden Unterschied, wie Stefan sagt: „So viel wir hier in der ‚Hebebühne‘ planen, so wenig planen wir das, was bei BRETTentsteht.“ Und Max ergänzt: „Das einzig wirklich Beständige an BRETT ist der Wandel und die Entwicklung. Wir wollen uns auf gar keinen Fall wiederholen, sondern BRETT als eine Plattform begreifen, wo aus denkbar unterschiedlichen Einflüssen eine Art ‚Common Ground‘ entsteht, der sich dann immer wieder anders zu Songs formt.“

In 2018 erscheint mit „WutKitsch“ das lang erwartete erste Album der Band, wir sind gespannt!